Fertigung

In der Regel werden die Bauelemente wie Zäune oder Tore in der Werkstatt vorgefertigt und anschließend vor Ort montiert. Das ist schon deshalb notwendig, weil es hier teils um erhebliche Größen geht und Metall als Material auch vor allem maschinell zu bearbeiten ist.

Viele Bauschlossereien bieten ihren Kunden zudem über die Eigenproduktion hinaus eine umfangreiche Auswahl von fertigen Bausystemen und einzelnen Elementen an wie Zäune, Tore oder Gitter, beraten bei der Auswahl und montieren diese dann passgenau.

Werkstoffe

Die in Bauschlossereien zum Einsatz kommenden Materialien sind unter anderem Bau- und Edelstahl, Gusseisen, Kupfer, Messing, Zink und Aluminium. Neuerdings immer öfter in Verbindung mit Holz, Glas oder anderen ergänzenden Materialien und dann in der Regel auch in Kooperation mit den betreffenden Gewerken verarbeitet.

Messing Messing ist eine Kupfer-Zink-Legierung mit einem Anteil von 5 bis 45 Prozent Zink. In der Legierung können je nach vorgesehenem Einsatzzweck weitere Bestandteile sein (unter anderem Aluminium, Eisen, Mangan).

Grundsätzliche Angaben zu weiteren Metallen finden sich im Informationsteil unseres Portals Bauklempnereien.

Einige zum Einsatz kommende Stahlsorten

  • unlegierte Baustähle nach DIN EN 10025
  • Vergütungsstähle nach DIN EN 10038
  • Edelbaustähle EN 10083
  • Einsatzstähle nach DIN EN 10084

Der aktuelle Trend geht mehr und mehr hin zur Verwendung hochwertiger Edelbaustähle.

Während in Bauklempnereien vor allem Bleche und Platten als Rohmaterial verarbeitet werden, finden in Bauschlossereien vorrangig die verschiedensten Profile Verwendung.

Einige Profile für die Weiterverarbeitung in Bauschlossereien

  • Hohlprofile wie Rund- und Vierkantrohr
  • Kaltgezogene Spezialprofile
  • Keilstahl in verschiedenen Profilformen
  • U-, T, Z- und L-Träger
  • Vierkant-, Sechskant- und Achtkantstahl (DIN 10278)
  • warm gewalzter Flachstahl

Arbeitstechniken

Anreißen

Anreißen wird das Übertragen des Sollmaßes der Position von Bohrungen und Gehrungen und anderen maßhaltigen Positionen der Maßhaltigkeit auf das zu bearbeitende Metallstück genannt. Dies erfolgt meist auf einer plangeschliffenen Anreißplatte mittels Reißnadel oder unter zu Hilfenahme eines Höhenreißers, nachdem durch Messschieber, Stahlmaß oder andere Messeinrichtungen gemessen wurde. Zum Einsatz kommen auch verschiedene Maßlehren wie Grenzlehrdorne für Bohrungen, oder Formenlehren. In der Bauschlosserei wird teils mit Zehntelmillimetern Genauigkeit gearbeitet.

Beschichten

Das Beschichten von Metallen mit Kunststoffen, Farben oder Lacken, auch das Verzinken dient der Optik und vor allem dem Korrosionsschutz.

Bohren

Das Bohren gehört zu den spanenden Arbeitsverfahren und dient der Herstellung von Öffnungen in Werkstücken vermittels kreisrunder Schneidwerkzeuge in mehr oder weniger vertikaler Bewegung zur Werkstückoberfläche und unter Einsatz von motorgetriebenen Ständer-, Tisch- und Handbohrmaschinen.

Drehen

Beim Drehen wird das Werkzeug, der Drehmeißel, fest in einem präzise verstellbaren Schlitten eingespannt und das in der Regel runde Werkstück rotiert fest in einem Futter verspannt um seine eigene Achse. Drehen dient unter anderem der auch stufenweisen Verringerung von Werkstückumfängen, der Herstellung von Nuten und Kanten oder der Abtrennung von Teilen eines Rundstahls oder eines anderweitigen runden Metallstücks.

Feilen

Trotz des hohen Mechanisierungs- und inzwischen auch Automatisierungsgrades in modernen Bauschlossereien gehören die verschiedenen Metallfeilen wie Rund-, Vierkant- oder Flachfeile in den verschiedenen Hiebarten (Geometrien der Einkerbungen auf dem Feilenblatt) zu den Standardwerkzeugen eines Bauschlossers. Hiermit lassen sich Grate glätten, natürlich auch ganz klassisch Werkstücke in die gewünschte Form bringen, und vor Ort kleine Unebenheiten im Material bei der Montage beseitigen.

Formen

Geformt wird warm oder kalt unter anderem durch Biegen, Kanten, Richten, Ziehen oder Pressen. Falls eine Erwärmung des Metalls nötig ist, erfolgt diese oftmals vermittels Autogenschweißgeräten oder induktiv.

Fräsen

Beim Fräsen kann das meist feststehende Werkzeug im Gegensatz zum Bohren durch Bewegung des Werkzeugtisches auch in horizontaler Ebene in das Werkstück bewegt werden, um Schlitze und ähnliche Einlässe zu erzeugen. Ein Fräswerkzeug kann die verschiedensten geometrischen Formen haben (Kegel, Zylinder) und besitzt meist auch seitliche Schneidekanten. Wegen der bei der Metallbearbeitung entstehenden hohen Temperaturen werden Werkzeug und Werkstoff beim Fräsen wie beim Bohren mit einer wegen ihrer weißen Farbe Bohrmilch genannten Emulsion aus Öl und Wasser gekühlt.

Gewinde schneiden

Gewinde wird auch heute noch bei der Fertigung kleiner Einzelstücke im Baumetallbereich häufig von Hand vermittels Gewindebohrern und sogenannter Schneidkluppen in Bohrungen hinein oder auf Rundmaterialien geschnitten. Ein sauberer Gewindeschnitt erfordert viel Übung und Erfahrung. Meist erfolgt die Arbeit in einem dreistufigen Schneidverfahren mit unterschiedlich feinen Werkzeugen, um eine hohe Qualität zu erreichen.

Hobeln

Metall wird vermittels einer sogenannten Stoßmaschine hobelnd bearbeitet. Auf diese Weise können in ebene Flächen gerade Nuten und Rillen eingearbeitet, oder auch stufenweise Material abgetragen werden.

Nieten

Nieten ist die Verbindung von Metallteilen durch deckgenaue Bohrungen hindurch mittels passgenauer meist metallener Stifte, die an einem Ende einen vorgefertigten größeren Kopf besitzen. Nach dem Stauchen des hindurch geführten Endes wird dieses ebenfalls mit einem Nietkopfmacher endgeformt.

Sägen

Wenngleich auch die Handmetallsäge ihren Platz im Werkzeugkasten eines Bauschlossers hat, werden große Träger, Profile oder ähnliches nicht mit der Hand-, sondern mit der Maschinensäge auf Maß gebracht. Diese Metallbügelsägen sind sehr robust und arbeiten in der Regel wegen der trotz des langsamen Vorschubs dabei auftretenden hohen Temperaturen unter dem permanenten Einsatz von Kühlflüssigkeiten. Für feinere Arbeiten wie Profilschnitte werden Metallbandsägen verwendet.

Schrauben

Etwas zusammenzuschrauben ist neben dem Schweißen die Hauptform des Verbindens verschiedener Teile zu einem Bauelement. Muttern oder andere Teile mit innen liegenden Gewindegängen werden auf Schrauben oder Gewindestäbe gedreht und damit meist dazwischen befindliche Bauteile befestigt. Vielfach erfolgt das unter Einsatz eines sogenannten Drehmomentschlüssels, um die exakten Anzugskräfte zu gewährleisten. Wird nicht fest genug zusammengeschraubt, besteht die Gefahr, dass sich die Verbindung unter Belastung oder Erschütterung löst. Werden zu hohe Kräfte aufgewandt, können das Gewinde abreißen und im schlimmsten Falle die zusammenzufügenden Werkstücke zerstört werden.

Schweißen

Schweißen ist die Herstellung nicht lösbarer Verbindungen, durch die Erwärmung der zu verschweißenden Materialien über ihre Fließgrenze hinaus. Metall zusammenzuschweißen kann vermittels verschiedener Verfahren erfolgen. Vor allem zwei finden ihren Einsatz in Bauschlossereien, weil sie auch vor Ort auf den Baustellen möglich sind.

Autogenes Schweißen

Beim autogenen Schweißen werden einem Schweißgerät Brenngas (meist Azetylen) und Sauerstoff über Schläuche aus Stahlflaschen zugeführt und an der Düse des Handgerätes vermischt und verbrannt. Das Mischungsverhältnis ist über Drehventile einstellbar und bestimmt die Temperatur der Flamme. Sie ist somit dem Material anpassbar. Beim Verbinden wird zudem durch in die Flamme zu haltende Schweißstäbe zusätzliches Material an die zu verbindenden Stöße gebracht. In den Anfängen der Schweißtechnik wurde das Brenngas vor Ort durch Karbidkessel erzeugt, in denen das Karbid mit Wasser zur Reaktion gebracht wurde.

Lichtbogenschweißen

Lichtbogenschweißen wurde lange Zeit auch als E-Schweißen (elektrisches Schweißen) bezeichnet. Der negative Pol eines Hochspannungsschweißtransformators wird vermittels Klemmen mit den zu verschweißenden fest fixierten Werkstücken verbunden. (Gefahr des Stromschlages bei Berührung während des Schweißens!) Der Pluspol liegt an einem Handgerät an, in deren zangenartigem Vorderteil die sogenannte Schweißelektrode eingespannt wird. Zwischen ihr und dem Werkstoff wird durch einen Lichtbogen das Material zum Schmelzen gebracht. Gleichzeitig fließt das Material der Elektrode selbst der Schweißnaht zu. Diese Elektroden haben häufig eine den Abbrand von Material oder die Rauchentwicklung einschränkende Ummantelung.

Besonders strenge Arbeitsschutzbestimmungen

Alle Schweißverfahren setzen eine umfangreiche fachliche Spezialausbildung voraus und dürfen nur unter Berücksichtigung der arbeitschutztechnischen Vorschriften ausgeführt werden. Schutzbrillen oder Gesichtsmasken mit Spezialscheiben, Atemschutz, Handschuhe, möglichst schwer entflammbare Bekleidung und festes Schuhwerk gehören zur Standardausrüstung, auch wenn es nur um eine schnelle Naht auf der Baustelle geht.

Schweißnähte bilden oftmals Schlacken, die anschließend mechanisch entfernt werden müssen.

Sandstrahlen

Insbesondere bei Wartungs- und Reparaturarbeiten, aber auch bei Restaurierungen wird das Sandstrahlen zur Reinigung metallener Oberflächen eingesetzt. Vermittels Druckluft oder mechanisch werden die Strahlmittel mit hohem Druck auf die Oberflächen geblasen oder geschleudert und diese dadurch von Farbresten, Rost und ähnlichem gereinigt. Durch Sandstrahlen ist es möglich, auch relativ schwer zugängliche geometrische Formen bis in den letzten Winkel zu reinigen.

Trennen

Zu den Trennverfahren gehört auch das Schweißbrennen. Mit einer Autogenschweißanlage lassen sich nicht nur Werkstoffe zusammenfügen, sondern auch Durchtrennen. Dazu bedarf es einer hohen Flammtemperatur, die durch die Zugabe eines hohen Anteils Acetylen zum Sauerstoff erreicht wird. Schneidbrenner werden häufig zur Erreichung gerader Schnittkanten auf speziellen metallenen Führungsrollen entlang des Anrisses über das Metall geführt.

Üblich ist auch das Trennschleifen mit stationären Anlagen oder Handwinkelschleifgeräten.

Bei kleineren Arbeiten wird nach wie vor die klassische Metallbügelsäge verwendet, Bleche werden mit Handblechscheren oder Schlagscheren geschnitten.



(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.bauschlosser.de

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